Sr 2014  307

Verfasst von Sue Rado
29. Mai 2019

WLB - Lebenskompass

Zeit ist das knappe Gut schlechthin. Was wollen Sie mit Ihrem Leben anfangen? Welche Ziele wollen Sie erreichen? Wo lohnt es sich, Energie zu investieren, und wo nicht? Mit dem Lebenskompass schaffen Sie eine Struktur.

Wir möchten Sie teilhaben lassen an einer unserer wichtigen Erkenntnisse: Unsere Erfahrungen aus vielen Zeitmanagement-Seminaren und aus Coachings zeigen, dass Tipps und Methoden aus dem Zeitmanagement häufig keine nachhaltigen Resultate bringen.

Und dies nicht, weil die eingesetzten Tools oder auch das Bearbeiten der Zeit- und Energiefresser falsch wären, sondern unserer Meinung nach liegtes daran, dass jemandem das «grosse Bild» fehlt, was er mit seinem Leben anfangen will.

Erst wenn jemand dieses grosse Bild hat, bekommt er die Klarheit und Konsequenz im berufl ichen Umfeld Veränderungen einzuleiten, die dann den gewünschten Effekt, z.B. mehr Freizeit, mit sich bringen. Dann wird auch klarer, was jemanden in ein Burn-out bringen kann, warum er sich zu wenig abgrenzen kann, warum ihm gewisse Dinge so nahe gehen und ihn belasten, warum er nicht nein sagen kann und warum er sich nicht wehrt.

Beim grossen Bild geht es um Fragen des Life-Managements. Hat man dieFragen für sich beantwortet, wirken sie wie ein Kompass, der einen durchden Alltag lotst und auch Grundlage für viele Entscheidungen im Leben ist.

Darum sprechen wir jeweils von unserem «Axios-Lebenskompass», der folgende Komponenten enthält:

  • persönliche Vision
  • persönliche Mission
  • Herzenswünsche
  • Lebensbereiche
  • Rollen
  • Werte

Diese Themen werden wir in weiteren Blogbeiträgen ausführlicher betrachten. Unser Ziel ist es, dass Sie Gedankenanstösse / Hilfsmittel an die Handbekommen, die Sie dann für sich in Ihrem Tempo aufarbeiten können.

Unser erster Tipp

Falls Sie in einer Partnerschaft leben, macht es sehr viel Sinn, dass Sie und Ihr Partner sich diese Fragen stellen und beantworten. Sehr spannend ist
danach, dass man sich später darüber austauscht. Wir garantieren Ihnen einige spannende Diskussionen, diverse Erkenntnisse und Ideen für den weiteren gemeinsamen Weg.

Unser zweiter Tipp

Machen Sie doch eine erste Einschätzung Ihrer persönlichen Situation in Bezug auf Ihre Life- und Work-Life-Balance. Machen Sie eine kurze Standortbestimmung anhand dieser Fragen – und lesen Sie erst dann weiter!

STANDORTBESTIMMUNG WORK-LIFE-BALANCE

Lebensbereich Persönlichkeit:

  • Kennen Sie Ihre persönlichen Ziele? Erreichen Sie Ihre Ziele auch?
  • Was hindert und was unterstützt Sie?
  • Was sind Ihre Werte?
  • Mögen Sie sich, so wie Sie sind? Was möchten Sie fördern, was stärken? Auf was sind Sie stolz?
  • Haben Sie innere Barrieren, die Sie hindern?
  • Stehen Sie jeden Tag voller Energie und Vorfreude auf den neuen Tag auf?
  • Können Sie sich entspannen, abschalten, zur Ruhe kommen? Wo und wie tanken Sie auf?
  • Sind Sie gesund? Essen, trinken, rauchen Sie in Massen?
  • Wie sehr brauchen Sie die Anerkennung anderer?
  • Haben Sie Hobbys/Interessen?
  • Haben Sie Ihre Finanzen unter Kontrolle?
  • Können Sie sich rasch auf neue Situationen einstellen?
  • Haben Sie Zeit, sich sportlich zu betätigen?
  • Haben Sie täglich etwas zum Lachen?
  • Wie gehen Sie mit Konfl ikten/Problemen um?

Lebensbereich Beziehungen:

  • Haben Sie Zeit für Beziehungen, die wichtig sind?
  • Haben Sie «beste Freunde»?
  • Wissen Sie, was Ihr Partner/Ihre Partnerin denkt, fühlt, träumt?
  • Erleben Sie das Wachsen Ihrer Kinder?
  • Pflegen Sie Kontakte zu Freunden, Bekannten?
  • Haben Sie genügend Zeit auch für Ihre Ursprungsfamilie?
  • Haben Sie Gruppen, Vereine, wo es Ihnen wohl ist?
  • Haben Sie gute Arbeitsbeziehungen? Verstehen Sie sich mit Ihrem Chef, Ihrem Team?

Lebensbereich Arbeit:

  • Sind Sie glücklich bei Ihrer Arbeit?
  • Nützen Sie Ihre Talente?
  • Haben Sie berufl ichen Erfolg?
  • Frisst Sie Ihr Job auf? Können Sie abschalten?
  • Können Sie weiterwachsen in Ihrer Aufgabe?
  • Passt die Firmenkultur zu Ihren persönlichen Werten?
  • Reden Sie von Ihrem Arbeitgeber mit Freude und Stolz?
  • Leben Sie Ihre Berufung?
  • Was hindert Sie daran, Ihren Traumjob auszuführen?
  • Was machen Sie, wenn Sie pensioniert sind?

«Der Dachs und der Iltis trafen sich bei ihrer nächtlichen Futtersuche im Wald. Und da sie sich lange nicht gesehen hatten, gingen sie plaudernd ein Stück des Weges nebeneinander her. Während aber der Dachs auf den Weg achtete, blickte der Iltis immer wieder zum nächtlichen Himmel hinauf, übersah dabei einen Wassertümpel und fiel hinein. Das war ja nicht weiter schlimm, der Dachs aber wusste sich vor Lachen nicht zu halten und rief ein ums andere Mal: «Das kommt davon, wenn man zu viel nach oben schaut!» Danach ging der Dachs allein weiter. Der Iltis putzte noch eine Weile an sich herum, blickte wieder zum Himmel hinauf und setzte dann auch seinen Weg fort. Bald traf er jedoch wieder auf den Dachs, der sich verirrt hatte und froh war, dass der Iltis ihn glücklich nach Hause brauchte. «Wie hast du das so leicht geschafft?», fragte der Dachs. «Ich habe nach oben geschaut und mich nach den Sternen gerichtet», antwortete der Iltis. «Und dafür nimmst du in Kauf, dass du hin und wieder in einen Tümpel fällst?», wollte der Dachs wissen. «Und dass der Dachs darüber lacht …», ergänzte der Iltis.»