Resilienz
Sr 2014  19

Verfasst von Rolf Rado
22. November 2021

RESILIENZ – PERSÖNLICHE WIDERSTANDSUND REGENERATIONSFÄHIGKEIT

Definition Resilienz (von lateinisch resilire «zurückspringen» «abprallen») oder psychische Widerstandsfähigkeit: Die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.
(Quelle: wikipedia.org).

Der alte Spruch «was mich nicht umbringt, macht mich stark», ist zwar abgegriffen, ist aber im Grunde eine einfache Erläuterung von Resilienz. Kennen Sie Menschen, die auch in stressigen, schwierigen Situationen gelassen bleiben, den Überblick behalten, unter grossem Druck ihre Leistungsfähigkeit behalten und persönliche Angriffe mit scheinbarer Leichtigkeit wegstecken? Solche Menschen beherrschen die Fähigkeit der Resilienz, eine Kraft, die das Leben lehrt.

Wissenschaftler haben schon lange nachgewiesen, wir haben es in diesem Newsletter mehrmals erwähnt, und in jedem Selbsthilferatgeber und Persönlichkeitsentwicklungsseminar wird es erwähnt: Entscheidungen werden zu über 80% durch unser Unterbewusstsein gesteuert, werden also emotional getroffen.

Trotzdem ist die Angst vor Emotionen gross, insbesondere in den Chefetagen. Dabei sind Emotionen von grosser Wichtigkeit.

Wir sind unseren Emotionen ja nicht ausgeliefert, sondern können lernen, damit umzugehen und sie positiv einzusetzen.

««WENN SIE WIRKLICH RESILIENZ ANSTREBEN, MÜSSEN SIE DAS UMFALLEN IN KAUF NEHMEN, UM WIEDER AUFSTEHEN ZU KÖNNEN.»»

-Boris Grundl

Folgende Faktoren zeichnen resiliente Menschen aus:

Impulse kontrollieren

Resiliente Menschen bleiben fokussiert auf ihre Aufgabe, auch bei solchen, die man nicht gerne mag, aber die eben gemacht werden müssen, oder unter grossem Druck. Sie bringen ihre Arbeit zielorientiert und konzentriert zu Ende. Das beugt Stress und zusätzlichem Druck vor.

Emotionen steuern

Die Fähigkeit, die eigenen Emotionen zu lenken, ist zentral. Das bedeutet nicht, dass man Emotionen unterdrückt, sondern dass man weiss, wie man mit Ärger, Frust und allem anderen
umgeht, damit man die Emotion überwindet und es einem wieder rasch gut geht.

Optimistisches Denken – optimistische Einstellung

Das hat nichts damit zu tun, alles durch die rosa Brille zu sehen und alles Negative gutzureden. Resiliente Menschen glauben aber, dass sich Dinge zum Positiven wenden, indem sie aufgrund von Tatsachen der Realität ehrlich in die Augen schauen. Resiliente Menschen wissen, dass Optimismus eher ans Ziel führt – und abgesehen davon mehr Spass macht.

Situationen analysieren – auf das fokussieren, was funktioniert

Resiliente Menschen analysieren ihre Situationen genau. Sie lernen so, was nicht funktioniert, und erkennen die Gründe, die in einer bestimmten Situation negative Gefühle auslösen. Sie erkennen auch da den Trigger. Wenn die Vorgehensweise nicht das gewünschte Resultat erbringt, wird diese
angepasst. Das ermöglicht ihnen, sich auf das zu fokussieren, was funktioniert, und entsprechende Massnahmen Massnahmen zu ergreifen, um sich besser zu fühlen. Sie lernen aus Fehlern. Durch
Beobachten, Ausprobieren, Auswerten schaffen sie sich ein Repertoire von funktionierenden Lösungsstrategien.

Situationen anpassen oder ändern

Resiliente Menschen nehmen ihr Leben und somit ihr Schicksal in die eigenen Hände. Sie sind sich bewusst, dass sie durch ihr eigenes Verhalten sich selber und Dinge rundherum zum Besseren ändern können. Sie verfallen somit nicht in eine Opferhaltung, sondern sind sich bewusst, dass sie
für ihr Wohlergehen und ihr Glück selber verantwortlich sind.

Ziele verfolgen – gegebenenfalls anpassen

Resiliente Menschen besitzen klare Ziele und verfolgen diese diszipliniert. Durch Rückschläge lassen sie sich nicht entmutigen. Sie handeln aber nicht nach dem Motto von vielen Menschen: «Mehr und mehr vom gleichen – mit dem Kopf durch die Wand», sondern wissen, wann sie ein Vorhaben
aufgeben oder anpassen müssen. Sie verfallen dann aber nicht in Lethargie und sind frustriert, sondern setzen sie sich das nächste Ziel – oder passen das bisherige Ziel an – und verfolgen dieses diszipliniert weiter.

Beziehungskompetenz

Resiliente Menschen beherrschen den Umgang mit anderen Menschen. Sie können sich mit Empathie in die Gedanken- und Gefühlswelt eines anderen Menschen hineinversetzen – also die Perspektive wechseln. So können sie ihr Gegenüber besser dort abholen, wo es gerade steht, und sie verstehen besser, weshalb der andere so tickt, wie er tickt.

Fazit

Resilienz ist zu einem Modebegriff geworden,dementsprechend gibt es Ratgeberund Seminare dazu. Resilienz kann aber nicht in einem Seminar gelernt werden, sondern nur im bewussten
Erleben, denn Schwimmen können Sie auch nicht lernen, ohne nass zu werden!

Oder wie es Winston Churchill bereits wusste:

««DIE KUNST IST, EINMAL MEHR AUFZUSTEHEN, ALS MAN UMGEWORFEN WIRD.»»

-Winston Chruchill

Was kann man nun machen, um die eigene Resilienz zu trainieren?

Auch da setzt mentales Training ein und unterstützt einen in idealer Weise. Hier einige Beispiele:

  • Emotionen steuern und Impulse kontrollieren: Werden Sie sich bewusst, auf welche Trigger Sie reagieren, verankern Sie Gegenmassnahmen im Unterbewusstsein.
  • optimistisch Denken: Überprüfen Sie Ihre negativen Glaubenssätze und ändern Sie diese in positive um. Verankern Sie diese.
  • Ziele setzen: Arbeiten Sie mit imaginären Zielbildern und Zielfilmen, indem Sie sich diese immer und immer wieder vergegenwärtigen und auf der imaginären Leinwand anschauen und erleben.

UNSER TIPP

Resiliente Menschen sind keine Supermenschen, sondern solche, die ihre Resilienz im Laufe des Lebens erlernt haben. Nehmen Sie sich ein bis zwei der oben beschriebenen Punkte vor, achten
Sie darauf, trainieren und üben Sie.

Versuchen Sie nicht, von heute auf morgen alle Punkte zu beherrschen, das ist unrealistisch, und das Scheitern wäre vorprogrammiert.