Präsentieren
Sr 2014  307

Verfasst von Sue Rado
02. Dezember 2020

PRÄSENTIEREN - ICH? NIE!

Präsentieren ist nochmals eine spezielle Form der Kommunikation. Woran denken Sie, wenn Sie «Präsentieren» hören? Sehen Sie sich schon vor einer Gruppe stehen, souverän (oder weniger souverän …), eine Präsentation hinlegen, die bei den Zuhörern Begeisterungsstürme auslöst – selbstverständlich unterstützt von einer hoch professionellen PowerPoint-Präsentation? Auch darüber werden wir noch sprechen – aber dies in einem anderen Newsletter zum Thema «Selbstmarketing».

Jetzt möchten wir einen anderen Aspekt beleuchten: Ist Ihnen bewusst, wie sehr und wie häufig wir UNS präsentieren
im Alltag? Wieviel wir aussagen durch unsere Art, wie wir kommunizieren – wie wir uns vor anderen zeigen, uns präsentieren? Wir stehen immer im Rampenlicht – und die Führungskräfte unter uns kennen es sicher aus eigener Erfahrung: Verhalten Sie sich einmal nicht ganz so vorbildlich wie sonst, Sie können sicher sein, dass Ihnen genau dann die halbe Belegschaft zuschaut!

Typische Aussagen/Behauptungen/Weisheiten zum Thema «sich präsentieren sind:

  • «Man hat keine 2. Chance, einen 1. guten Eindruck zu machen.»
  • «Der erste Eindruck entscheidet – der letzte Eindruck bleibt hängen.»
  • «In 10 Sekunden macht sich unser Gegenüber den 1. Eindruck über seinen Gesprächspartner.»
  • «Die nonverbale Kommunikation verrät alle unseren Gedanken und Gefühle.»

Wenn die Art, wie wir auftreten und uns präsentieren, offenbar so wichtig
ist, lohnt sich doch die Frage: Wie möchten Sie auf andere wirken – und wie müssen Sie sich dafür präsentieren? Wie bereits erwähnt: Sie sprechen ja nonstop mit den Menschen in Ihrer Umgebung: über Ihren Körperhaltung, Mimik, Gestik, Ihre Worte, dem Inhalt Ihrer Botschaft. Vieles davon ist schlicht unbewusst.

  • Wissen Sie, was Sie über sich selber erzählen – was sie Preis geben von sich selbst?
  • Welchen ersten Eindruck hinterlassen Sie?
  • Womit gewinnen Sie sofort Sympathien – wodurch bauen Sie sich Barrieren auf?
  • Was zeigen Sie bei Ihrem Auftritt von sich?
  • Wie präsentieren Sie sich der Welt?
  • Wofür stehen Sie?
  • Wie wird Ihre Kommunikation als Sprecher wahrgenommen?
  • Wie wird Ihre Kommunikation als Zuhörer wahrgenommen?

Wenn Sie in Vertretung Ihrer Firma unterwegs sind, sind SIE die Visitenkarte der ganzen Unternehmung. Aus diversen Studien weiss man, dass Menschen von sympathischen Menschen etwas kaufen oder sich beraten lassen wollen. Ebenso ist bekannt, dass je länger je häufi ger der Berater/ Verkäufer den Unterschied macht und nicht die Firma und nicht deren Produkte. Der Mensch selber macht den Unterschied!

Und im privaten: Was bringen Sie mit Ihrer ganz persönlichen Visitenkarte zum Ausdruck, mit der Sie sich selber
«verkaufen» und einen 1. Eindruck machen?

Werden Ihre persönlichen Werte sichtbar, wenn Sie sich der Welt zeigen, sich Ihrem Umfeld präsentieren? Ist es sichtbar und hörbar, dass Sie von etwas begeistert sind? Kann ich erkennen, dass Sie Ihre Werte im Alltag umsetzen? Als Beispiel: Gesundheit als wichtigen Wert zu promoten und laufend darüber zu sprechen, dann aber massiv übergewichtig zu sein,
zu rauchen, übernächtigt auszusehen, ewig im Stress sein – das passt einfach nicht zusammen und ist auch nicht glaubwürdig. Und Sie wissen ja, was man mehr glaubt: Gescheiten Worten oder nonverbale Signale, die wir beim anderen erkennen (da gehört die Körperhaltung, Kleidung etc. auch dazu).

TIPPS FÜR MUTIGE

  • Holen Sie sich ein paar Feedbacks von verschiedenen Personengruppen in Ihrem Umfeld.
  • Fragen Sie doch mal einfach nach, wie Sie wirken, wenn Sie sich in einer Gruppe bewegen, wenn Sie im Gespräch
    sind mit anderen oder wirklich etwas präsentieren vor Zuhörern.
  • Wichtig: Hören Sie einfach mal zu – wir wissen, es ist nicht immer angenehm, was man zu hören bekommt. Manchmal erfahren Sie aber auch ganz viel Positives, dass Ihnen gar nicht bewusst war.
  • Nützen Sie die gesammelten Informationen, um sie mit Ihrem Bild abzugleichen, dass Sie von sich selber haben. Entscheiden Sie dann, wo Sie den Hebel ansetzen und nächste Entwicklungsschritte einleiten möchten. Definieren Sie dann erste konkrete Massnahmen, die Sie Ihrem Ziel näher bringen – Ihnen aber auch rasch ein Erfolgserlebnis schaffen! Dann haben wir nämlich Mumm für den nächsten Schritt!